Geschichte des Volkstrachtenvereins Garmisch gegr. 1896

Zum Gedenken an unseren ehemaligen Vorstand, Ehrenmitglied und Gauehrenvorstand Luis Maderspacher.

 

Garmisch, seit 802 urkundlich erwähnt, Mittelpunkt des Werdenfelser Landes und der ehemaligen Grafschaft, herrlich gelegen zwischen dem Wettersteinmassiv und den Ammergauer Bergen, war seit altersher dem angestammten Volkstum verbunden. Einige beherzte Männer erkannten die Zeichen der Zeit und gründeten im Jahre 1896 den Volkstrachtenverein Garmisch.

Im Vereinslokal Gasthof Zugspitze entwickelte sich unter der umsichtigen Führung von Gründungsvorstand Johann Ostler (Zimmermeister), Wunibald Ostler (Buchdrucker) und Johann Hohenleitner (vulgo Goreger, Kaufmann) in kürzester Zeit ein lebhaftes Vereinsleben. Im ersten Jahr zählte der junge Verein bereits über 50 Mitglieder. In mehreren Veranstaltungen am Sonnenbichl, am Riessersee und schon am Wittelsbacher Park  wurden beachtliche Schuhplattler, Gesangs- und Musikdarbietungen zum Besten gegeben.

Um die Jahrhundertwende entwickelte sich ein reges  und vielseitiges Vereinsleben. Garten- und  Seefeste wechselten mit Faschingsbällen und heimatbezogenen Umzügen.

Durch eine großherzige Stiftung des Heimatsohnes H. H. Hofprediger Bader (Schmölzer) und eine Spende des Bauerntheaters konnte auf dem Kramerberg im Jahre 1905 ein Kreuz errichtet werden. Seit dieser Zeit findet dort alle fünf Jahre eine Bergmesse statt. Im Sommer 1911 übernahm der Verein die Patenschaft des Grainauer Volkstrachtenvereins „d’Höllentaler“.

Bereits im Jahre 1902 konnte der Verein die heute noch erhaltene herrliche Fahne nach feierlicher Weihe entgegen nehmen.

Als Pate fungierte der Nachbarverein "Werdenfelser Heimat" Partenkirchen“.

Im Jahr 1899 übernahmen die Garmischer Trachtler die Patenschaft des Ettaler Trachtenvereins „Ettaler Mandl“ und im Jahr 1907 des Trachtenvereins "D´Höllentaler " Grainau.

Die stete Aufwärtsentwicklung wurde durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen. Über 30 Trachtler kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück. Nach diesem unsinnigen Völkermorden entwickelte sich langsam wieder ein normales Vereinsleben. Viele Heimatfeste im Wittelsbacher Park und Floßfahrten auf der Loisach vermittelten Kurgästen und Einheimischen unverfälschtes Werdenfelser Brauchtum. Der schreckliche Krieg 1939-1945 riss große Lücken in den Verein.Während der Herrschaft des ii. Reiches wurde der Verein im KDF gleichgeschaltet.

Im Jahre 1902 gründeten Mitglieder des Vereins das weit und breit bekannte Garmischer Bauerntheater.

Im Jahr 1941 fiel das 1905 errichtete Kramerkreuz einem Sturm zum Opfer. Der Volkstrachtenverein zögerte trotz der politischen Gefährdung und möglicher Konsequenzen unter seinem seit 1937 verantwortlichen ersten Vorstand Luis Maderspacher nicht, noch im selben Jahr ein neues Kreuz auf der Kramerspitze aufzustellen. Vor 700 Teilnehmern weihte Pfarrer Josef Bittel das neue Kreuz im Rahmen einer Messfeier.

 

1946 war die Gründung der Oberländer Trachtenvereinigung mit Sitz in Garmisch. Zum ersten Vorsitzenden wurde der unermüdliche Luis Maderspacher gewählt, der seit 1937 die Geschicke des Volkstrachtenvereins mit großer Umsicht lenkte.

 

Hier gelangen Sie zur Chronik der Oberländer Trachtenvereinigung auf www.oberlaender-trachtenvereinigung.de

Eine eindrucksvolle Demonstration für Heimat und Brauchtum war am 29. Mai 1949 der Aufmarsch mit 127 Vereinen und 6000 Trachtlern aus allen bayerischen Gauen unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Vorsitzenden der Vereinigten bayerischen Trachtenverbände Dr. Adelmaier.

Die erste Salve in Bayern nach dem zweiten Weltkrieg!

Die Erbauung der Kriegergedächtniskapelle am Fuße des Kramers, einer würdigen Gedenkstätte für alle gefallenen und Vermissten des Ortsteils Garmisch, im Jahre 1952 und die Wiedergründung der Gebirgschützen-Kompanie Garmisch als fester Bestandteil des Volkstrachtenvereins waren weitere beachtliche Meilensteine des langjährigen Vorstandes und 2. Bürgermeisters Maderspacher mit vielen uneigennützigen Mitarbeitern und Helfern. 

Aufmarsch bei Wiedergründung der Schützenkompanie durch den Verein im Jahr 1952 (Erster Hauptmann Karl Neff) Die Schützenkompanie wurde von Mitgliedern des volkstrachtenvereis wiedergegründet.

 

 

 

Karl Neff

der erste Hauptmann der wiedergegründeten Gebirgsschützenkompanie Garmisch

Seit 1950 finden im Wittelsbacher Park die auch von Luis Maderspacher ins Leben gerufenen Heimatwochen statt. Mit den historischen Festzügen bilden sie nicht mehr wegzudenkende Höhepunkte im reichhaltigen Kulturgeschehen des Ortes.

Einen Höhepunkt der Heimat- bzw. Festwochen bilden die zu besonderen Anlässen gestalteten historischen Festumzüge. Prächtig ausgestattete Festwägen mit der Darstellung historischer lokaler Ereignisse, Pferdegespanne und Fußgruppen, aufgelockert durch zahlreiche Musikkapellen, Trommler- und Spielmannszüge begeistern jedesmal bis zu 10.000 Zuschauer. Erinnert sei hier stellvertretend an die Großen Festzüge zu den Jubiläen "700 Jahre Grafschaft Werdenfels" im Jahr 1994 und "1200 Jahre Garmisch" im Jahr 2002.

 

Im Jahr 1955 stiftete der Verein Kirchenfenster für die Pfarrkirche St. Martin, Garmisch und im Jahr 1957 wurde die Heldenglocke für die Pfarrkirche gestiftet. Bereits ein Jahr später konnten dank der Initiative von Alois Maderspacher jun. über 60.000 DM für die neuen Kirchenglocken gesammelt werden.

Auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei entstand unter sachkundiger Führung der Initiatoren Ignaz Maurer, Matthias Ostler (1. u. 2. Vorstand) unter schwierigsten Umständen eine große Veranstaltungshalle mit 600 Sitzplätzen. Die Bayernhalle genießt in der Zwischenzeit einen hervorragenden Ruf im ganzen Oberland. Im Jahre 1979 konnte man den Grund der Halle käuflich erwerben.

 

Abschließend sei noch mal darauf hingewiesen, dass der Volkstrachtenverein Garmisch nicht nur die Erhaltung der heimischen Tracht und echtes Brauchtum pflegt, sondern im hohen Maß seine Aufgabe darin sah, sich um wichtige Probleme der Heimatgemeinde zu kümmern: Ob es darum ging, der Kirche in der schwierigen Zeit von 1933-1945 auch öffentlich die Treue zu halten, für die neuen Glocken der Pfarrkirche zu sammeln oder mitzuwirken, wenn es galt, die Kirche zu renovieren. Bei ernsten Ortsproblemen, wie Umgehungsstraßen oder Münchner Wasserprojekt usw., versuchten Vereinsmitglieder für Ihre Heimat immer das Beste zu erreichen.

„Treu dem guten

   alten Brauch!“

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